Was ist eine Frau mit Behinderung?
14. März 2011 | Von Till Leckebusch | Kategorie: Kommentar, Till LeckebuschWas soll denn diese Frage? Das ist doch klar. Das ist eine Frau mit einer Behinderung. Wirklich? Irgendwie haben wir uns damit abgefunden, dass Behinderte im Berufsleben schlechtergestellt werden als Menschen ohne Behinderung. Aber bitteschön die Rangfolge nicht vergessen. Erst kommen die Männer, dann die Frauen, danach die Männer mit Behinderung und dann dürfen auch Frauen mit Behinderung einen Arbeitsplatz bekommen. Lieblingsausrede: Es sind keine Toiletten vorhanden. Wie bitte? Der Chef fährt einen Dienstwagen im Wert von 60.000 bis 80.000 Euro, aber für einen Umbau der Toilette ist kein Geld da? Aber wenn das alles wäre. Ja sie lesen richtig. Dieses ist noch nicht einmal das Schlimmste, was Frauen mit Behinderung angetan wird.
Stellen Sie sich doch mal folgende Situation vor. Ein Mann geht durch ein Geschäft und ihm kommt eine attraktive Frau entgegen. Was denkt er wohl. Abgesehen von den nicht jugendfreien Dingen, stellt er fest, tolle Frau, und dann, dass er sich eine partnerschaftliche und sexuelle Beziehung mit dieser Frau sehr gut vorstellen kann. Gut. Jetzt stellen Sie sich vor, diese Frau sitzt im Rollstuhl. Was denkt der Mann jetzt? Wenn die Frau Glück hat, „ach was für eine arme Frau“. Aber dann ist aus. Sie glauben doch nicht, dass er sich eine Beziehung mit ihr vorstellt, geschweige denn eine sexuelle.
Mit anderen Worten, er erkennt sie nicht als Frau. Er weiß in dem Rollstuhl sitzt ein weiblicher Körper, aber eine Frau, die man heiratet und mit der man eine Familie gründet, nein. Es gibt Ausnahmen, aber viel zu selten. Eher müssen sich Frauen mit Behinderung anhören, dass sie doch glücklich seien sollten, wenn überhaupt ein Mann mit ihr Sex haben möchte.
Doch hier stellt sich dann eher die Frage, wer denn der Behinderte ist. Was hat Mann denn gedacht, dass der Rollstuhl angewachsen wäre oder den/die Insassen/in sofort zum Neutrum transformiert? Warum gestehen wir Frauen mit Behinderungen nicht dieselben Gefühle ein, die Frauen ohne Behinderung auch haben? Wir sollten uns eins immer vor Augen halten. Als die Frau aus dem obigen Beispiel an dem Mann vorbeirollte, konnte sie genau die Traumfrau gewesen sein, auf die er sein ganzes Leben gewartet hat. Dumm, wenn er das nicht erkennt.
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