Mehr Sicherheit für Radfahrer
4. März 2011 | Von PF | Kategorie: Fachhochschule, MünsterMünster gilt als sehr fahrradfreundliche Stadt. Rund 450 Kilometer umfasst das gesamte Verkehrsnetz für Fahrradfahrer im Stadtgebiet. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie auf Münsters Straßen auch sicher sind. Statistisch gesehen verunglücken in Münster jährlich mehr Menschen im Straßenverkehr als irgendwo sonst in NRW – und dazu tragen Radfahrer mit über 40 Prozent aller Verletzten erheblich bei. Auf dieses Problem machte Michael Milde, Leiter der Verkehrsplanung der Stadt Münster, beim Verkehrstag Münsterland 2011 in seinem Vortrag zu Unfallprävention aufmerksam. Fachleute aus Hochschule, Verwaltung, Ingenieurs- und Planungsbüros sowie Studierende versammelten sich in der Fachhochschule Münster, um sich über die Perspektiven der Verkehrsplanung im Münsterland auszutauschen.
Hammerstraße, Münzstraße, Ludgerikreisel und der Ring sind Beispiele für die insgesamt 85 Risikobereiche, an denen sich Unfälle häufen und die sich über den gesamten Stadtbereich Münsters verteilen. „Wir haben ein flächendeckendes Problem”, sagt Milde, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Unfälle mit Personenschaden jährlich um 10 Prozent zu senken. Dazu habe die Stadt ein Verkehrssicherheitskonzept erstellt, das bis 2013 die Risikobereiche entschärfen soll. Dies soll durch Maßnahmen in Bau- und Verkehrstechnik ebenso geschehen wie durch Verkehrserziehung an Schulen, eine Verstärkung des Problembewusstseins durch Öffentlichkeitsarbeit sowie mehr Polizeikontrollen. Eine Trendwende bei der Unfallstatistik sei bisher noch nicht geschafft, aber die konzentrierte Arbeit am Konzept werde Wirkung zeigen, ist Wilde sicher.
Prof. Dr. Martin Robert Lühder vom Fachbereich Bauingenieurwesen, Mitorganisator der Veranstaltung, wies darauf hin, dass sich die städtische Verkehrsplanung der Zukunft an die Herausforderungen der alternden Gesellschaft anpassen müsse. Überquerungshilfen für Gehbehinderte oder Leitwerke für Sehbehinderte seien Beispiele, die in Zukunft eine stärkere Rolle spielen werden. Bachelor-Student Assadollah Saighani stellte in seiner Präsentation eines studentischen Wettbewerbsprojekts Ideen vor, mit denen die Verkehrssituation auf der Insel Sylt entschärft werden könnte. Sein Vortrag war beispielhaft für ein zentrales Ziel des Verkehrstags, der durch Anregungen für Projekte, Abschlussarbeiten oder Praktika in Unternehmen die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis fördern möchte.
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