Jede dritte Firma unter weiblicher Führung

11. Januar 2016 | Von | Kategorie: Arbeitsmarkt, Münster, Wirtschaft

Können Sie sich noch an die Quoten-Debatte erinnern. Wie gerade SPD-Politiker nicht müde wurden, die Wirksamkeit und Wichtigkeit einer Frauenquote in der Wirtschaft zu erklären. Man kam schon auf die Idee, sie würden den Erfolg der Quote herbeibeten wollen. Die IHK stellte am Montag den 06.01. eine Studie vor, die aufzeigte, wie weit diese Quote an der Wirklichkeit vorbeigegangen war. Der große Erfolg der Quotenbefürworter liegt nur darin, dass schon gutverdienende Frauen, jetzt noch mehr verdienen können, weil die Frauenquote sich ausschließlich auf Vorstände von Dax-Unternehmen beschränkte. Die Wirtschaft hat eher gezeigt, dass sich gute Arbeit auszahlt und dass man über Frauen nicht mehr hinweggehen kann. Sie sind schlicht weg zu gut.

Frauen übernehmen deutlich häufiger Führungsaufgaben in der Wirtschaft als dies durch die Diskussion um die Frauenquote in DAX-Konzernen vermittelt wurde. Das zeigt eine Auswertung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen für ihren Bezirk, der das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region umfasst. Danach werden die insgesamt rund 124.000 untersuchten Unternehmen von knapp über 111.000 Frauen und Männern geführt (Stand November 2015). Darunter sind 32.789 Unternehmerinnen.

„Damit liegt die Frauenquote bei fast 30 Prozent“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing und ergänzt: „Die Diskussion um Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft sollte deshalb nicht nur anhand von Leuchtturm-Positionen in Großunternehmen geführt werden.“

Zudem nimmt laut IHK-Auswertung der Anteil von Kapitalgesellschaften unter Führung von Frauen stark zu (plus 36 Prozent). „Dieser Trend deutet darauf hin, dass von Unternehmerinnen geführte Firmen wachsen und größer werden, so dass auch die Gesellschaftsform angepasst wird“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing. Weiterhin ist die Zahl der alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführerinnen deutlich gestiegen. Und zwar von 1.924 (2010) auf 2.803 (2015). Dies entspricht einem Plus von 46 Prozent seit der letzten Untersuchung in 2010.

Die meisten Frauen leiten allerdings kleinere Unternehmen. Bei den sogenannten „Kleingewerbetreibenden“ (in der Regel Personengesellschaften), beträgt der Führungsanteil der Frauen 34 Prozent. Bei den meist größeren Handelsregisterunternehmen (GmbH, AG) sind es 18 Prozent.

Insgesamt ist der Frauenanteil in der Führung von Unternehmen seit der letzten IHK-Erhebung im Jahr 2010 allerdings leicht gesunken. Während die Gesamtzahl der unternehmerisch tätigen Personen um 11,6 Prozent gewachsen ist, stieg die Zahl der Unternehmerinnen um 6,9 Prozent. Absolut nahm die Zahl der Unternehmerinnen um 2.126 zu. Die höchsten Zuwächse bei den Unternehmerinnen gab es in der Stadt Münster sowie im Kreis Steinfurt (jeweils + 11 Prozent bezogen auf 2010), gefolgt vom Kreis Borken (+ 9) – im Kreis Recklinghausen betrug der Zuwachs drei Prozent, in Bottrop gab es sogar einen Rückgang (- 5). Speziell bei den Kapitalgesellschaften gab es durchweg hohe Zuwachsraten in allen Kreisen, die zwischen 25 und 45 Prozent liegen.

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