Historiker Haunfelder überreicht neues Buch an Regierungspräsident Klenke

21. November 2011 | Von PB | Kategorie: Münster

Regierungspräsident Prof. Dr. Klenke ist historisch sehr interessiert und freut sich über das neue Buch von Dr. Bernd Haunfelder. - Foto Pressestelle Bezirksregierung

“Zwischen Domplatz und Prinzipalmarkt – 190 “Ausflüge” in die Stadtgeschichte” ist der Titel seines neuen Buchs. Der münsteraner Historiker Dr. Bernd Haunfelder überreichte ein druckfrisches Exemplar am Montag (21.11.2011) an Regierungspräsident Professor Dr. Reinhard Klenke. “Ich wollte das Buch gerne hier an dieser historischen Stelle übergeben, am Sitz der münsteraner Regierung am Domplatz”, erläuterte Haunfelder.

Der Autor ist Verfasser zahlreicher Bände über Münsters Historie und erzählt in seinem neuen Buch populärwissenschaftlich und amüsant greifbare Geschichte und Geschichten. Haunfelder schlägt einen Bogen von den Anfängen Münsters bis hin zur Gegenwart. Natürlich werden die Höhepunkte ereignisreicher Zeiten präsentiert, dem Autor ging es aber vor allem darum, einmal weniger bekannte Aspekte und Entwicklungen in den Vordergrund zu rücken. Ferner werden viele Persönlichkeiten vorgestellt, deren Name mit Münster verbunden ist. Heinrich Brüning erscheint hier beispielsweise nicht als prominenter Politiker. Wie er seine Schulzeit auf dem Paulinum empfand, dürfte genau so wenig bekannt sein wie seine Verbitterung nach der vorübergehenden Rückkehr in seine Heimat in den 1950er Jahren.

Der Schwerpunkt des Bandes liegt im 19. und 20. Jahrhundert. Zeiten, in denen die Stadt tief greifenden Veränderungen, positiven, wie negativen, ausgesetzt war. Ohne die Münster seit 1815 durch Berlin zuerkannte Rolle wäre aus der Stadt wohl niemals jene Verwaltungsmetropole geworden, wie sie sich noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts darstellt. Preußen beförderte Münster ganz erheblich. Wer weiß schon, dass die Stadt zusammen mit dem damals noch kleinstädtischen Arnsberg und Düsseldorf die größte Industrieregion der Welt, das Ruhrgebiet, verwaltete. Einen weiteren Schwerpunkt des Buches bildet die Nachkriegszeit. Münster gehörte zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Jahrzehnte werde es dauern, jedenfalls nicht mehr zu unseren Lebzeiten, bis der Wiederaufbau vollendet sei, war oft zu hören. Wie ein Wunder erlebten die Münsteraner die auf 1945 folgenden zehn Jahre. 1955 war der Prinzipalmarkt fast schon wieder errichtet.

Im 1946 gegründeten Bundesland Nordrhein-Westfalen nahm die Stadt der Verwaltung und der Gerichte, der Wissenschaft und der Forschung sogleich eine hervorgehobene Rolle ein. Sie verdankt der großen Wirtschaftskraft des Landes seit 1946 sehr viel. Im Zuge des ökonomischen Wandels ist aus der Verwaltungsmetropole aber längst eine moderne Dienstleistungs- und Industriestadt geworden. Unternehmen von Weltruf sind hier ansässig. Außerdem werden in diesem Band noch andere Themen vorgestellt, allen voran der Wiederaufbau nach 1945 und die wirtschaftliche Entwicklung. In den 190 “Ausflügen” in die Stadtgeschichte wird lokale Historie lebendig: bekanntes und Unbekanntes, Heiteres und Amüsantes, Ernstes und Trauriges, kurzum ein abwechslungsreicher Querschnitt – eine Geschichtsdarstellung der anderen Art.

Schlagworte: Bezirksregierung, Haunfelder, Münster, RP

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