Es knallte im Festsaal
9. Januar 2012 | Von Till Leckebusch | Kategorie: Münster
Gestern, 08.01.2012, hatte der Oberbürgermeister zum alljährlichen Neujahrsempfang ins Rathaus geladen. Nach der Begrüßung von Oberbürgermeister Markus Lewe, in der er von der Toleranz der Stadt sprach, hielt Prof. Dr. Klaus Bußmann, ehemaliger Direktor des Landesmuseums, die Festrede.
Und diese Festrede verbarg so manchen Zündstoff. Beginnend mit der Frage, ob Münster die Kulturhauptstadt Westfalens sei, knallte es zum ersten Mal. Denn Bußmann beantwortete seine Frage selbst und rief deutlich ins Publikum, “Natürlich nicht”.
Bußmann nannte auch die Schuldigen beim Namen, die für die Misere zuständig seien. So sei der Landschaftsverband zum “Wohlfahrtsverband” mutiert. Dieses könne man schon an ihrem neuen Emblem erkennen, was eher an eine Versicherung erinnern würde. Anstatt Münster zu stärken, würde eher das Gießkannenprinzip vorherrschen, wo kulturell unbedeutende Städte und Gemeinden eifersüchtig darauf achten, dass sie auch etwas vom geringen Kulturetat abbekämen.
Aber auch das Land NRW täte das Ihrige, um Münsters Stellung zu schwächen. Aus politischen Gründen wurde das Ruhrgebiet bevorzugt, obwohl Münster bei der Wahl der Kulturhauptstadt ein sehr gutes Konzept hatte. So sei es auch nicht verwunderlich, dass die Fördermittel des Landes für die Kooperation zwischen Care-Institut und Max-Planck-Institut neuerdings wackeln würden. Dieses wäre ein “Trauerspiel”.
Aber auch die Bürger und die Bundestagsabgeordneten aus Münster wurden nicht verschont. Hier nannte Bußmann die Musikhalle als negatives Beispiel.
Aber nicht nur Negatives sah Bußmann. So sei Münster liberaler geworden. Viele Projekt die heute realisiert würden, hätte man vor 20, 30 Jahren nie realisieren können. So seien die Skulptur-Projekte und das Wolfgang-Borchert-Theater ein Schritt in die richtige Richtung.
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