Drei Münsteraner unter den Toten von Duisburg
26. Juli 2010 | Von Till Leckebusch | Kategorie: Feuerwehr, Münster, PolizeiNach neusten Erkenntnissen sind drei Münsteraner unter den 19 Toten von Duisburg. Zwei der Drei stammten aus Spanien und studieren an der Universität. Sie waren über das Erasmus-Programm der EU nach Münster gekommen. Clara Zapater und Marta Acosta standen kurz davor, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.
Oberbürgermeister Markus Lewe war über die Todesfälle geschockt und ließ als Symbol der Trauer und der Anteilnahme an allen öffentlichen Gebäuden „Trauerbeflaggung“ anbringen. Somit werden in den nächsten Tagen in Münster die Fahnen an den öffentlichen Gebäuden auf halbmast und mit Trauerflor wehen.
Letzten Samstag den 24.07.2010 kam es bei der Loveparade in Duisburg zur Katastrophe. Da es nur einen Zugang zum Veranstaltungsgelände gab, der auch als Ausgang diente, kam es gegen 18.00 Uhr am Samstag zu einem Stau in diesem Zugang. Die Besonderheit des Weges war, dass es sich um eine sehr langestreckte Unterführung handelt. Da nun die Massen nicht seitlich weg konnten, der Einlass zum Gelände aber nicht gewährt wurde und weitere Massen in diese Unterführung strömten, kam es zu einer Panik. Bei dem Versuch aus der Unterführung herauszuklettern, stürzten einige Besucher zu Tode.
Am Ende des Tages zählten die Polizei und die Rettungskräfte 19 Tote und über 300 Verletzte. Bei den gleich einsetzenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass das Gelände der Loveparade nur ca. 400.000 Menschen fassen konnte und nur für knapp 300.000 Zuschauer zugelassen war. Tatsächlich befanden sich aber 1.400.000 Raver auf dem Weg zum Gelände.
Außerdem wurde bekannt, dass gravierende Sicherheitsvorschriften außer Kraft gesetzt wurden. So musste der Veranstalter die vorgeschriebene Breite der Fluchtweg nicht einhalten. Des Weiteren stellte sich heraus, dass die Dortmunder Feuerwehr letztes Jahr im Zuge der Vorbereitungen kontaktiert wurde. Duisburg wollte auf die Erfahrungen der Dortmunder zurückgreifen, die 2008 die Loveparade begleiteten. Diese warnten die Duisburger und rieten dazu, die Loveparade in dieser Form nicht auszurichten.
Aufgrund der Berichte von Zeugen und den jetzt herauskommenden Sicherheitsmängeln, hat die Duisburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt aufgenommen.
Update: In der Nacht vom 26.07.2010 auf den 27.07.2010 verstarb eine 21-Jährige an ihren Verletzungen. Damit hat die Loveparade 2010 20 Todesopfer zu beklagen. Außerdem wurde die Zahl der Verletzen auf über 500 Personen korrigiert. Oberbürgermeister Sauerland lehnt zurzeit einen Rücktritt seiner Person ab.
Permalink für die Verlinkung in Blogs / Foren & Webseiten: