Biedermeier-Kabinett im neuen Licht
21. Juli 2010 | Von PM | Kategorie: KulturNach dem Einbau der neuen Beleuchtung in der Schausammlung ist auch das Biedermeier-Kabinett im Stadtmuseum wieder zugänglich. Das Lichtkonzept unterstreicht im rekonstruierten Wohnzimmer die typisch “biedermeierliche” Atmosphäre der Zeit. Zusammen mit neuen Objekten, die repräsentativ für die Epoche sind, zeigt das Kabinett eine authentische Ausstattung der Zeit von 1815 bis 1848 in einer neuen Inszenierung, die zur gedanklichen Reise in das 19. Jahrhundert einlädt.
Das europäische Staatensystem war nach Beendigung der napoleonischen Kriege grundlegend neu geordnet worden. Allerdings trat nach 1815 die demokratische Idee in den Hintergrund, die Hoffnung auf politische Mitsprache gaben große Teile des Bürgertums auf. Man zog sich in den privaten häuslichen Bereich zurück und gründete Vereine, wandte sich dem “Schöngeistigen” zu. Der spöttisch gemeinte Begriff “Biedermeier”, der später als Stilbezeichnung für die Epoche verwendet wurde, bezeichnet diese Haltung der Bürger.
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Obwohl die Zeit des Biedermeiers ja eigentlich eine Zeit der Resignation der Menschen war, die ursprünglich um mehr Mitbestimmung gekämpft haben, ist es heute eine Epoche, die man als eine sehr gemütliche, familiäre Zeit empfindet. Das Biedermeier hat meist so ein Flair des familiären und freundschaftlichen häuslichen Zusammensein. Die Wohnungen strahlen dies ja auch tatsächlich aus. Nicht umsonst ist es ein Stil, der auch heute noch immer gerne gewählt wird.
Trotzdem sollte man vielleicht auch manchmal die politischen Hintergründe bedenken, die nicht so freundlich waren und ein falsches Wort am falschen Ort, von heimtückischen Ohren wahrgenommen und sofort weitergeleitet, konnte sehr ungemütliche Konsequenzen haben.
Liebe Grüße Andreas Färber