Gezielte Hilfen verhindern Ausbildungsabbruch!

14. Oktober 2011 | Von PAfA | Kategorie: Arbeitsmarkt

Galina Pusik (24) bei der Arbeit. Mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen hat sie ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten geschafft. - Foto Pressestelle Arbeitsagentur

Galina Pusik strahlt. Sie hat ihre Prüfung als zahnmedizinische Fachangestellte erfolgreich bestanden. Seit August ist sie in ihrem Ausbildungsbetrieb, der Zahnarztpraxis Dres. Krohn, fest angestellt. Dass sie es soweit geschafft hat, verdankt sie den ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit Münster.

“Wenn ein Jugendlicher einen betrieblichen Ausbildungsplatz gefunden hat, ist schon einmal ein großer Schritt geschafft. Danach gilt es, den Anforderungen im Betrieb und der Schule gewachsen zu sein, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen”, weiß Linda Andrikowski, Berufsberaterin bei der Arbeitsagentur. Viele Jugendliche kämen zwar in der Praxis sehr gut zurecht, scheiterten aber an der Theorie in der Berufsschule. So auch Galina. Die gebürtige Russin hatte mit dem Ausbildungsstoff in den Fächern Rechnungswesen und Abrechnung zu kämpfen. “Das lag nicht am mangelnden Verständnis für die Aufgaben, sondern an der schwierigen medizinischen Fachsprache”, erklärt ihre Chefin Dr. Sybille Krohn.

Genau hier setzen die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Agentur für Arbeit an: eine Art Nachhilfe für Azubis, deren Abschluss wegen schlechter Noten im Berufskolleg oder aufgrund von Schwierigkeiten im Betrieb gefährdet ist. Zusatzunterricht gibt es bei Defiziten in den Berufsschulfächern, Lücken in der Fachtheorie und -praxis, bei Sprachdefiziten oder zur Prüfungsvorbereitung. Aber auch bei privaten Problemen oder Schwierigkeiten im sozialen Umfeld kann abH helfen. Die Förderung ist für die Jugendlichen kostenlos und wird individuell vereinbart.

In Münster setzt der Verein Lernen fördern e. V. im Auftrag der Arbeitsagentur die ausbildungsbegleitenden Hilfen um. Insgesamt 155 Jugendliche können das Programm in Anspruch nehmen. “Gelernt wird in Kleingruppen unter Anleitung durch erfahrene und qualifizierte Lehrkräfte – eine wichtige Voraussetzung, um gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer eingehen zu können”, erklärt Nadine Bäkermann, Diplompädagogin, das Konzept. “Bei den Unterrichtszeiten orientieren wir uns an den Stundenplänen der Teilnehmer.”

Irina Krauß (24) an der Rezeption der Praxis Dres. Krohn. Sie hat bereits vor zwei Jahren ihre Ausbildung mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen gemeistert. - Foto Pressestelle Arbeitsagentur

Besonders intensiv ist die Arbeit mit den Teilnehmern in der Zeit vor der Abschlussprüfung. Neben zusätzlichen Unterrichtseinheiten gehört für die meisten Auszubildenden beispielsweise die Teilnahme an einer Prüfungssimulation zum Lernprogramm. Für die Mehrzahl der Auszubildenden zahlen sich diese Anstrengungen aus. In diesem Prüfungsdurchgang haben 48 Auszubildende mit Unterstützung durch die ausbildungsbegleitenden Hilfen ihre Abschlussprüfung bestanden.

Darunter auch Galina. Sie ist froh, dass sie ihre Prüfung jetzt hinter sich hat. Selbst zwischen den zwei Prüfungstagen war sie noch bei der Nachhilfe, um sich bestmöglich vorzubereiten. “Es ist eine große Last von mir abgefallen, als ich es endlich geschafft hatte”, sagt Galina. Jetzt hat sie ihre Ausbildung aber in der Tasche und freut sich, in ihrem Beruf zu arbeiten. Auch ihre Chefs Sybille und Walter Krohn sind mit ihr zufrieden: “Für uns zählt, dass am Ende der Ausbildung eine qualifizierte Mitarbeiterin steht.” Mit abH haben sie gute Erfahrung gemacht. Galinas Kollegin Irina Krauß (24) hat während ihrer Ausbildung auch am Zusatzunterricht teilgenommen. Bereits seit zwei Jahren ist sie jetzt fest im Team der Praxis dabei und leistet sehr gute Arbeit an der Rezeption.

“Schüler mit schlechten Noten sind nicht zwangsläufig auch schlechte Azubis”, resümiert Andrikowski. “Angesichts des demografischen Wandels müssen sich Arbeitgeber verstärkt damit auseinandersetzen, auch Jugendliche auszubilden, die anfangs noch Defizite vorweisen. Hier bietet die Agentur für Arbeit in Kooperation mit Lernen fördern professionelle Unterstützung.”

Weitere Informationen zu abH oder einen Beratungstermin beim Berufsberater gibt es telefonisch unter der Rufnummer 01805-555111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min). Ausbildungsbetriebe, deren Lehrlinge noch Schwächen haben, können sich an ihren persönlichen Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice oder über die Servicehotline 01801-664466 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min) melden.

Schlagworte: Arbeitsagentur, Ausbildung, Ausbildungsplatz, Münster

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